Warum Kanzleien mit Struktur gewinnen, nicht mit Text
Die meisten Kanzlei-Websites haben eine Startseite, eine Seite „Rechtsgebiete“ mit acht Absätzen, eine Seite „Team“ und ein Kontaktformular. Für „Anwalt Arbeitsrecht Hannover“, „Kündigung erhalten was tun“ und „Fachanwalt Familienrecht Mainz“ gibt es dann eine einzige Seite – und die erscheint in den Suchergebnissen für keine dieser Suchanfragen, weil sie keine davon richtig beantwortet. Wer bei Google nach einem Anwalt sucht, hat ein konkretes Problem in einem konkreten Rechtsgebiet an einem konkreten Ort. Google zeigt Seiten, die genau das bedienen.
SEO für Anwälte beginnt deshalb nicht mit Texten, sondern mit der Frage, welche Suchanfragen die Kanzlei-Website bedienen soll. Erst daraus entsteht der Seitenplan, dann die Inhalte. Die Sichtbarkeit einer Kanzlei hängt weniger an der Menge der Texte als daran, ob jede Suchanfrage eine eigene, passende Seite findet. Das ist die ganze SEO-Strategie in einem Satz, und sie gilt für Einzelanwälte genauso wie für Kanzleien mit zwölf Partnern. Wer diese Reihenfolge umdreht, bekommt eine gepflegte Online-Präsenz, die für nichts gefunden wird.
SEO für Rechtsanwälte: eine Seite je Rechtsgebiet und Ort
Rechtsanwälte werden nach Rechtsgebiet gesucht, nicht nach Kanzleiname. Niemand gibt den Namen einer Kanzlei ein, bevor er sie kennt. Gesucht wird „Anwalt Arbeitsrecht Hannover“, „Verkehrsrecht Anwalt Saarbrücken“ oder „Fachanwalt Familienrecht Mainz“. Jede dieser Kombinationen aus Rechtsgebiet und Ort braucht eine eigene Seite mit eigener Adresse, eigenem Titel und eigenem Text.
Das gilt auch für das Einzugsgebiet. Eine Kanzlei in Mainz hat Mandanten aus Wiesbaden, eine in Hannover aus Laatzen und Garbsen. Diese Orte gehören als eigene Seiten in die Struktur, nicht als Aufzählung im Fußbereich. Wie diese Ortsseiten aufgebaut sind, ohne dass sie sich gegenseitig kannibalisieren, steht im Ratgeber Seiten je Ort statt Sammelseite. Innerhalb eines Rechtsgebiets gibt es zusätzlich Unterthemen mit eigener Suchintention: „Abfindung berechnen“, „Aufhebungsvertrag prüfen“, „Kündigungsschutzklage Frist“. Das sind die Fachbeiträge, die eine Kanzlei-Website von einer Visitenkarte unterscheiden – nicht, weil Content-Marketing an sich Mandate bringt, sondern weil diese Beiträge auf die Rechtsgebietsseite verlinken und ihr Relevanz geben.
Welche Suchanfragen zählen: Keyword-Recherche je Rechtsgebiet
Die Keyword-Recherche für eine Kanzlei ist kurz, wenn man weiß, wonach man sucht. Drei Arten von Suchanfragen bringen Mandate:
- Rechtsgebiet plus Ort: „Anwalt Arbeitsrecht Hannover“, „Anwalt Mietrecht Köln“, „Strafverteidiger Hamburg“. Höchste Mandatsabsicht, höchster Wettbewerb, teuerste Klickpreise.
- Fachanwaltstitel plus Ort: „Fachanwalt Familienrecht Mainz“, „Fachanwalt Erbrecht Düsseldorf“. Weniger Volumen, aber Suchende, die bewusst nach der Qualifikation fragen – nur nutzbar, wenn der Titel tatsächlich verliehen ist.
- Problem plus Ort oder Problem allein: „Kündigung erhalten was tun“, „Bußgeldbescheid Einspruch Frist“, „Unterhalt berechnen“. Große Volumina, frühe Phase, gute Themen für Fachbeiträge, die auf die Rechtsgebietsseite führen.
Was in der Recherche gestrichen wird: „Anwalt kostenlos“, „Rechtsberatung online kostenlos“, „Muster Kündigungsschreiben“. Diese Suchanfragen bringen Besucher, aber keine Mandatsanfragen. Eine Wettbewerbsanalyse zeigt danach, welche Kanzleien für die verbliebenen Begriffe stehen und mit welcher Seitenstruktur – meist sind es nicht die größten Kanzleien, sondern die mit der klarsten Website.
Welche Seiten eine Kanzlei-Website braucht
Der Seitenplan für eine Kanzlei mit drei Rechtsgebieten und zwei Standorten sieht so aus:
- Startseite: Kanzlei, Rechtsgebiete, Orte, Kontaktweg – in den ersten Sätzen, nicht nach einem Bild-Slider.
- Eine Seite je Rechtsgebiet: Arbeitsrecht, Familienrecht, Verkehrsrecht. Jeweils mit typischen Fällen, Ablauf des ersten Gesprächs, Kostenrahmen (Erstberatung, Stundensatz oder Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) und dem zuständigen Anwalt.
- Eine Seite je Rechtsgebiet und Ort: „Anwalt Arbeitsrecht Hannover“, „Anwalt Arbeitsrecht Laatzen“. Mit Bezug zum Ort – zuständiges Arbeitsgericht, Anfahrt, typische Arbeitgeber der Region – statt Textbausteinen mit ausgetauschtem Ortsnamen.
- Eine Seite je Anwalt: Zulassung, Fachanwaltstitel (nur wenn verliehen), Schwerpunkte, Werdegang. Diese Seiten bringen Vertrauen, keine Rankings.
- Fachbeiträge: je Rechtsgebiet drei bis fünf Beiträge zu den häufigsten Fragen, verlinkt auf die Rechtsgebietsseite.
- Kosten, Kontakt, Impressum, Datenschutz: Die Kostenseite fehlt auf den meisten Kanzlei-Websites, obwohl „Was kostet ein Anwalt“ eine der häufigsten Fragen ist.
Die On-Page-SEO auf diesen Seiten ist Handwerk: ein Titel je Seite mit Rechtsgebiet und Ort, eine Überschrift, die dasselbe sagt, interne Links von den Fachbeiträgen zur Rechtsgebietsseite und von dort zu den Ortsseiten. Technisches SEO heißt für eine Kanzlei-Website: Ladezeit unter zwei Sekunden auf dem Handy, keine PDF-Broschüren als einzige Inhalte, keine Seiten, die nur per Klick auf ein Menü erreichbar sind. Keyword-Stuffing – „Anwalt Hannover Arbeitsrecht Anwalt Hannover“ – hilft seit Jahren nicht mehr und wirkt auf Mandanten unseriös. Wer eine neue Kanzlei-Website braucht, findet den Rahmen unter Webdesign; meist reicht ein Umbau der bestehenden Seite.
Google-Unternehmensprofil für Anwälte und Kanzleien: Google My Business und Google Maps
Für „Anwalt plus Stadt“ zeigt Google über den organischen Suchergebnissen die Karte mit drei Kanzleien. Dieser Kartenrang hängt an drei Dingen: der Hauptkategorie des Profils, der Entfernung zum Suchenden und den Bewertungssignalen. Die Website beeinflusst ihn nur indirekt. Das Google-Unternehmensprofil – früher Google My Business, auf Englisch Google Business Profile – ist deshalb für Kanzleien ein eigener Kanal, keine Nebensache der Website.
Was daran zu tun ist: Die Hauptkategorie muss zum wichtigsten Rechtsgebiet passen („Anwalt für Arbeitsrecht“ statt „Anwalt“), weitere Rechtsgebiete kommen als Nebenkategorien dazu. Jeder Standort bekommt ein eigenes Profil, jedes Profil verlinkt auf die passende Ortsseite der Website, nicht auf die Startseite. Bewertungen dürfen erbeten werden – nach Abschluss eines Mandats, per Link, ohne Gegenleistung. Gekaufte Bewertungen sind für Anwälte nicht nur ein Verstoß gegen Google-Richtlinien, sondern berufsrechtlich ein Problem. Wie man Bewertungen sauber sammelt, steht im Ratgeber Bewertungen sammeln ohne Kaufen. Für Kanzleien mit mehreren Partnern gilt zusätzlich: Ein Profil je Kanzlei und Standort, nicht je Anwalt – sonst konkurrieren die eigenen Profile in Google Maps gegeneinander. Die Einrichtung und Pflege bieten wir als eigene Leistung an, siehe Google-Unternehmensprofil.
Google Ads für Anwälte
Suchanzeigen sind für Kanzleien der schnellste Weg zu Mandatsanfragen und zugleich der teuerste Kanal im Online-Marketing. Als Rechenbeispiel, angenommen: „Anwalt Arbeitsrecht plus Stadt“ kostet 5 bis 15 € je Klick. Bei einem Tagesbudget von 30 € sind das zwei bis sechs Klicks am Tag, im Monat 60 bis 180 Besucher. Wenn jeder zehnte Besucher anfragt und jede dritte Anfrage ein Mandat wird, ergibt das zwei bis sechs Mandate im Monat für rund 900 € Klickkosten. Ob die Rechnung aufgeht, hängt an drei Dingen, die nichts mit dem Budget zu tun haben:
- Eine Kampagne je Rechtsgebiet, nicht eine Kampagne „Kanzlei“. Arbeitsrecht und Verkehrsrecht haben andere Klickpreise, andere Anzeigentexte und andere Zielseiten.
- Die Zielseite ist die Rechtsgebietsseite, nicht die Startseite. Wer auf „Anwalt Arbeitsrecht“ klickt und auf einer Seite mit acht Rechtsgebieten landet, geht zurück zur Suche.
- Ausschlüsse von Anfang an: „kostenlos“, „Muster“, „Vorlage“, „selbst“, „Ausbildung“, „Gehalt“, Namen anderer Kanzleien. Ohne diese Liste geht ein Drittel des Budgets an Suchende, die nie ein Mandat erteilen. Mehr dazu im Ratgeber Google Ads: Ausschlüsse von Suchbegriffen.
Die regionalen Klickpreise unterscheiden sich stark; für Frankfurt, München und Hamburg liegen sie am oberen Ende der Spanne. Anzeigen richten wir ab 690 € einmalig ein, die Betreuung kostet ab 290 € im Monat, das Klickbudget kommt dazu und bleibt bei Ihnen.
Was das Berufsrecht erlaubt
Anwälte dürfen werben. § 43b BRAO erlaubt Werbung, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Eine Seite je Rechtsgebiet, ein gepflegtes Unternehmensprofil, Suchanzeigen und Fachbeiträge fallen darunter. Drei Grenzen halten wir bei jedem Text ein:
- Fachanwaltstitel nur, wenn verliehen. „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ steht nur auf der Seite, wenn die Kammer den Titel verliehen hat. „Spezialist für“ und „Experte für“ sind zulässig, wenn die Expertise belegbar ist, und wir setzen sie zurückhaltend ein.
- Keine Erfolgsversprechen. „Wir gewinnen Ihren Fall“ oder erfundene Erfolgsquoten haben auf einer Kanzlei-Website nichts zu suchen – berufsrechtlich nicht und für Google nicht.
- Keine Werbung um ein Mandat im Einzelfall. Fachbeiträge informieren über eine Rechtslage; sie fordern nicht dazu auf, gerade jetzt gegen den Arbeitgeber zu klagen.
Die Freigabe jedes Textes liegt bei der Kanzlei. Wir schreiben so, dass die Freigabe eine Formsache ist.
Was SEO für Anwälte kostet und wie lange es dauert
Suchmaschinenoptimierung kostet bei uns ab 1.200 € netto einmalig: Analyse der Suchanfragen je Rechtsgebiet, Seitenplan, Umbau oder Neuanlage der Rechtsgebiets- und Ortsseiten, technische Grundlagen, Einreichung bei Google und Bing. Die Betreuung kostet ab 490 € im Monat – neue Fachbeiträge, Auswertung aus Search Console und Analytics, Pflege des Unternehmensprofils – und ist monatlich kündbar, vier Wochen zum Monatsende, ohne Mindestlaufzeit. Zur Einordnung: Kanzlei-Agenturen berechnen für den Aufbau als Marktspanne 1.000 bis 4.000 € und für die Betreuung 300 bis 1.500 € im Monat; kleinere Anbieter arbeiten mit Stundensätzen von 90 bis 160 €. Was die Preise unterscheidet, steht im Ratgeber Was kostet eine SEO-Agentur.
Zur Dauer: Erste Bewegungen in der Search Console nach vier bis acht Wochen, belastbare Positionen für „Rechtsgebiet plus Stadt“ nach drei bis sechs Monaten. In dichten Märkten – Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt – dauert es länger, weil dort viele Kanzleien mit guten Websites konkurrieren. Neue Domains brauchen länger als bestehende. Eine Ranking-Garantie gibt es nicht; wer Platz 1 verspricht, verspricht etwas, das er nicht kontrolliert.
Typische Fehler auf Kanzlei-Websites
- Eine Seite „Rechtsgebiete“ für alles. Die häufigste Ursache fehlender Sichtbarkeit: acht Rechtsgebiete auf einer Seite, keine davon rankt.
- Fachanwaltstitel als Suchbegriff ohne Titel. Wer für „Fachanwalt Familienrecht“ ranken will, ohne Fachanwalt zu sein, riskiert eine Abmahnung.
- Standorte als Aufzählung im Fußbereich. „Wir sind für Sie in Mainz, Wiesbaden und Bingen da“ ersetzt keine Ortsseite.
- Startseite als Zielseite für Anzeigen. Jeder Klick für 10 € landet auf einer Seite, die nicht antwortet.
- Bewertungen kaufen oder von Mitarbeitern schreiben lassen. Google erkennt die Muster, und die Kammer liest mit.
Was wir nicht tun
Wir garantieren keine Positionen. Wir kaufen keine Bewertungen und keine Links, und wir schreiben keine Texte, die ein Rechtsgebiet vortäuschen, das die Kanzlei nicht bearbeitet. Wir behaupten keine Niederlassung in Ihrer Stadt – RegioKlicks betreut aus der Ferne, per Video, Telefon und Mail, und für die Sichtbarkeit einer Kanzlei spielt das keine Rolle. Wir zeigen keine Logowand mit Kanzleinamen, weil es keine freigegebenen Fallstudien gibt, die sich nachrechnen lassen. Was wir stattdessen anbieten: Sie nennen uns Ihre Kanzlei-Website und Ihre Rechtsgebiete, und Sie bekommen innerhalb von zwei Werktagen eine Einschätzung, welche Seiten fehlen und was der Umbau kostet. Wie Sie SEO und Anzeigen gegeneinander abwägen, steht im Ratgeber SEO oder Google Ads; alle Preise stehen auf der Preisseite.