Warum Handwerksbetriebe mit Struktur gewinnen, nicht mit Text
Die meisten Websites von Handwerksbetrieben haben eine Startseite, eine Seite „Leistungen“ mit zwölf Absätzen und ein Kontaktformular. Für „Dachdecker Bochum“, „Flachdach sanieren Bochum“, „Dachdecker Herne“ und „Dachrinne reparieren“ gibt es dann eine einzige Seite. Sie rankt für keine dieser Suchanfragen, weil sie keine davon richtig beantwortet. Google bewertet Seiten, nicht Betriebe: Eine Seite, die ein Gewerk an einem Ort erklärt, schlägt eine Sammelseite, auf der alles steht.
Deshalb beginnt SEO für Handwerker bei uns nicht mit Texten, sondern mit einer Struktur. Wir prüfen, welche Suchbegriffe im Einzugsgebiet Volumen haben, und leiten daraus den Seitenplan ab – eine Seite je Leistung und je Ort. Erst dann werden Inhalte geschrieben, Meta Tags gesetzt und die technische SEO geprüft. Diese Reihenfolge ist die Grundlage jeder SEO-Strategie für einen Handwerksbetrieb, und sie wird in den meisten Projekten übersprungen, weil eine Sammelseite schneller gebaut ist. Wer sie umdreht, bekommt eine Website, die nichts falsch macht und trotzdem keine Aufträge bringt. Mehr zum Prinzip steht im Ratgeber Seiten je Ort statt Sammelseite.
Welche Suchanfragen zählen
Handwerker werden anders gesucht als Berater oder Onlineshops. Drei Muster machen den größten Teil der Anfragen aus:
- Gewerk plus Ort. „Dachdecker Bochum“, „Elektriker Kiel“, „Malerbetrieb Erfurt“, „Sanitär Regensburg“. Das sind die Suchanfragen mit dem meisten Volumen und der klarsten Absicht: Jemand braucht einen Betrieb in erreichbarer Nähe.
- Leistung plus Ort. „Heizung Wartung Erfurt“, „Wallbox installieren Kiel“, „Fassade streichen Bochum“, „Badsanierung Regensburg“. Weniger Volumen je Begriff, aber höherer Auftragswert und weniger Wettbewerb in den Suchergebnissen.
- Notdienst. „Elektriker Notdienst Kiel“, „Rohrbruch Notdienst“, „Heizung ausgefallen“. Diese Suchen laufen mobil, abends und am Wochenende. Wer hier nicht mit Telefonnummer und Erreichbarkeit in den Top-Ergebnissen steht, existiert für diese Kunden nicht.
Dazu kommen Nachbarorte. Ein Elektriker in Kiel hat Kunden in Kronshagen, Altenholz und Preetz, und für jeden dieser Orte gibt es eigene Suchanfragen. Sie sind klein, aber zusammengenommen oft größer als die Kernstadt. Die Keyword-Recherche am Anfang zeigt, welche Orte und Leistungen sich lohnen und welche nicht; Suchvolumen sind dabei Schätzungen, keine exakten Daten. Anfragen wie „Dachdecker Ausbildung“, „Elektriker Gehalt“ oder „Heizung selber entlüften“ bringen keine Aufträge und gehören nicht in den Seitenplan – und bei Google Ads auf die Ausschlussliste.
Welche Seiten ein Handwerksbetrieb braucht
Der Seitenplan folgt aus der Recherche. Für einen SHK-Betrieb in Erfurt mit Kunden im Umland sieht er zum Beispiel so aus:
- Startseite: Wer, was, wo – Gewerke, Einzugsgebiet, Erreichbarkeit, Kontaktweg in den ersten Sätzen.
- Eine Seite je Leistung: Heizung, Sanitär, Badsanierung, Wärmepumpe, Wartung, Notdienst. Jede Seite beantwortet, was gemacht wird, wie es abläuft, was es ungefähr kostet und wie schnell ein Termin möglich ist.
- Eine Seite je Ort im Einzugsgebiet: Erfurt, Weimar, Gotha, Arnstadt, Sömmerda. Nicht als Kopie mit ausgetauschtem Ortsnamen, sondern mit dem, was dort tatsächlich anders ist: Anfahrtszeit, typische Gebäude, bisherige Projekte in der Region, Ansprechpartner.
- Notdienst-Seite mit Telefonnummer oben, Erreichbarkeitszeiten, Preis für die Anfahrt und einem Klick zum Anrufen, der auf dem Handy funktioniert.
- Über uns und Kontakt mit Impressum, Meisterbrief, Handwerkskammer, Ansprechpartner und Fotos aus dem Betrieb – keine Stockfotos.
- Ratgeber-Beiträge nur dort, wo sie Aufträge vorbereiten: „Wärmepumpe im Altbau – was geht und was nicht“ bringt Beratungsanfragen, „Geschichte der Heizung“ bringt nichts. Eine Content-Strategie für Handwerker ist kurz: wenige Beiträge, die Fragen vor dem Auftrag beantworten.
Technisch gehört dazu, was jede Website braucht: Ladezeit unter zwei Sekunden auf dem Handy, Telefonnummer als Link, saubere interne Verlinkung zwischen Orts- und Leistungsseiten, Schema Markup für den Betrieb und die Leistungen, Meta Tags je Seite. Ein Cookie-Banner, das auf dem Handy den ganzen Bildschirm mit Einstellungen zur Datenverarbeitung und Privatsphäre belegt, kostet Anfragen; wer keine Werbe-Cookies setzt, braucht es nicht. Wie wir Websites bauen, steht unter Webdesign.
Google-Unternehmensprofil für Handwerker
Für „Gewerk plus Ort“ zeigt Google über den organischen Ergebnissen die Karte mit drei Betrieben. Dieser Kartenrang hängt an drei Dingen: der Hauptkategorie, der Entfernung zum Suchenden und den Bewertungssignalen. Die Website beeinflusst ihn nur indirekt. Das Google-Unternehmensprofil – früher Google My Business, auf Englisch Google Business Profile – ist deshalb für Handwerker der schnellste Hebel, und der am häufigsten falsch eingerichtete.
Drei Punkte entscheiden:
- Hauptkategorie. „Dachdecker“, nicht „Bauunternehmen“; „Elektriker“, nicht „Dienstleister“. Die Kategorie bestimmt, für welche Suchanfragen das Profil überhaupt in Frage kommt. Nebenkategorien für weitere Gewerke, aber nicht für alles, was theoretisch möglich wäre.
- Einzugsgebiet statt Adresse. Betriebe ohne Ladengeschäft, die zum Kunden fahren, tragen kein Schaufenster ein, sondern ein Einzugsgebiet mit den Orten, die sie tatsächlich bedienen. Eine Privatadresse im Profil ist kein Vorteil, und eine erfundene Geschäftsadresse führt zur Sperrung.
- Bewertungen. Anzahl, Aktualität und Antworten des Betriebs zählen. Bewertungen werden nach dem Auftrag eingeholt – per Link auf der Rechnung, per Nachricht nach der Abnahme –, nie gekauft. Wie das ohne Kauf funktioniert, steht im Ratgeber Bewertungen sammeln ohne Kaufen.
Dazu kommen Fotos von Baustellen und Fahrzeugen, Leistungen mit Preisrahmen, Beiträge zu aktuellen Projekten und eine Telefonnummer, die während der Betriebszeiten erreichbar ist. Einträge in Firmenverzeichnissen mit identischem Namen, Adresse und Telefonnummer stützen das Profil. Local SEO für Handwerker ist zu einem großen Teil genau das: Profil, Verzeichnisse und Ortsseiten, die dieselbe Geschichte erzählen. Die Einrichtung übernehmen wir ab 450 € einmalig, die Pflege ab 190 € im Monat – Details unter Google-Unternehmensprofil und im Ratgeber zum Kartenrang.
Google Ads für Handwerker
Google Ads liefert ab dem ersten Tag, Suchmaschinenoptimierung nach Monaten. Deshalb gehören Anzeigen für Handwerker in zwei Situationen vor SEO: bei einer neuen Website, die organisch noch nichts kann, und bei Notdienst-Suchen, bei denen der Kunde die erste erreichbare Nummer anruft.
Ein Rechenbeispiel, ausdrücklich als Beispiel: Angenommen, „Dachdecker Bochum“ kostet 2 € bis 6 € je Klick, und von zwanzig Klicks führt einer zu einer Anfrage. Dann kostet eine Anfrage 40 € bis 120 €. Bei einem Auftragswert von mehreren tausend Euro für eine Dachsanierung rechnet sich das, bei einer Dachrinnenreparatur für 180 € nicht. Ads lohnen sich also je Leistung, nicht pauschal – und genau so bauen wir die Kampagnen: eine Anzeigengruppe je Gewerk und Ort, Anzeigen mit Telefonnummer, Betriebszeiten als Zeitplan, Ausschlüsse für „Ausbildung“, „Gehalt“, „selber machen“ und „gebraucht“. Ohne Ausschlussliste geht in den ersten Wochen ein Drittel des Budgets an Klicks, die nie einen Auftrag bringen. Was Klicks in Ihrer Region kosten, steht im Ratgeber Google Ads Klickpreise regional.
Die Einrichtung kostet bei uns ab 690 € einmalig, die Betreuung ab 290 € im Monat plus Klickbudget. Sobald die organischen Positionen stehen, wird das Budget auf die Begriffe reduziert, die organisch nicht zu holen sind. Mehr unter Google Ads und im Ratgeber SEO oder Google Ads.
Was SEO für Handwerker kostet und wie lange es dauert
Der Aufbau kostet bei uns ab 1.200 € netto einmalig: Keyword-Recherche für das Einzugsgebiet, Seitenplan, Texte für die ersten Gewerk- und Ortsseiten, technische Grundlagen, Unternehmensprofil. Die laufende Betreuung – weitere Ortsseiten, Beiträge, Auswertung aus Search Console und Analytics, Pflege des Profils – kostet ab 490 € im Monat, monatlich kündbar mit vier Wochen zum Monatsende, ohne Mindestlaufzeit. Alle Preise stehen auf der Preisseite.
Zur Einordnung des Marktes: Eine SEO-Agentur für Handwerker berechnet für den Aufbau meist 1.000 € bis 4.000 € und für die Betreuung 300 € bis 1.500 € im Monat; kleinere Anbieter rechnen nach Stunden mit 90 € bis 160 €. Der Preis sagt wenig darüber, ob am Ende Aufträge kommen. Die Fragen, die das entscheiden: Gibt es eine Seite je Gewerk und Ort? Ist das Unternehmensprofil mit Einzugsgebiet und richtiger Kategorie eingerichtet? Werden Anrufe und Formulare gemessen?
Zur Dauer: Erste Bewegungen in der Search Console nach vier bis acht Wochen, belastbare Positionen für regionale Suchbegriffe nach drei bis sechs Monaten. In dichten Märkten – Großstädte in Nordrhein-Westfalen, München, Hamburg – dauert es länger, auf dem Land geht es schneller. Eine neue Domain braucht mehr Zeit als eine bestehende Website mit Historie. Das Unternehmensprofil reagiert schneller als die Website, oft innerhalb weniger Wochen. Wer die Wirkung vorher sehen will, misst: Anrufe, Routenklicks, Formulare, je Seite und je Ort. Mehr im Ratgeber Wie lange dauert SEO.
Typische Fehler
- Eine Seite für alles. Alle Gewerke und alle Orte auf der Startseite. Google findet keine Seite, die eine konkrete Suchanfrage beantwortet, und rankt keine.
- Ortsseiten als Kopie. Zwanzig Seiten mit demselben Text und ausgetauschtem Ortsnamen. Google erkennt das und zeigt bestenfalls eine davon.
- Falsche Kategorie oder Privatadresse im Profil. Der Kartenrang hängt an der Hauptkategorie und am Einzugsgebiet; wer „Bauunternehmen“ wählt und die Wohnadresse einträgt, verschenkt beides.
- Ads ohne Ausschlüsse und ohne Zeitplan. Anzeigen laufen nachts für Suchanfragen nach Ausbildungsplätzen, und niemand geht ans Telefon.
- Keine Messung. Nach sechs Monaten weiß niemand, ob die Anfragen von der Website, vom Profil oder von der Empfehlung des Nachbarn kamen. Ohne Daten lässt sich nichts verbessern.
Was wir nicht tun
Wir versprechen keine Platzierung, kaufen keine Bewertungen und keine Backlinks, legen keine Adressen an, an denen kein Betrieb ist, und schreiben keine zwanzig Ortsseiten aus dem Generator. Wir haben kein Büro in Ihrer Stadt und behaupten keines; die Zusammenarbeit läuft per Video, Telefon und Mail, und für einen Handwerksbetrieb mit einem Gewerk und einem Einzugsgebiet spielt das keine Rolle. Was zählt, ist die Kenntnis der Suchanfragen in Ihrer Region – und die lässt sich aus der Ferne genauso erarbeiten. Wenn Ihnen das Unternehmensprofil allein reicht, sagen wir das im ersten Gespräch. Nennen Sie uns Ihre Website und Ihr Einzugsgebiet, und Sie bekommen innerhalb von zwei Werktagen eine Einschätzung, was fehlt – über Kontakt, ohne Verkaufsgespräch.